TILMAN JANUS
MÄNNER LIEBEN


Meisterhammer

Ein schwuler Erotik-Roman

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Larry ist attraktiv und kein Greenhorn mehr, doch das, was er wirklich braucht, hat er noch nicht gefunden. Erst über Umwege erkennt er, dass er sich am liebsten einem starken Kerl unterwerfen würde, aber nur einem Meister, der genau nach seinem Geschmack ist. Zum Beispiel dem phänomenal bestückten Supertypen Aimo. Doch ausgerechnet der ist Larrys beruflicher Konkurrent, außerdem verhält er sich abweisend und scheint in zweifelhafte Machenschaften verstrickt zu sein. Trotzdem ist Larry wild entschlossen, diesen harten Kerl zu erobern …

Leseprobe aus: Meisterhammer

Copyright: Tilman Janus, 2026

4. Ein ganz gefährlicher Kerl
In den nächsten Tagen trudelten die ersten Aufträge ein. Das war ein gutes Gefühl. Die Kundinnen und Kunden waren begeistert, dass sie ohne große Formalitäten Hilfe erhielten und dafür keine Unsummen bezahlen mussten. Es gab zum Beispiel ein Zimmer zu renovieren, einen kleinen Umzug zu stemmen, eine Riesendogge auszuführen oder ein verstopftes Klo gängig zu machen. Meine Truppe arbeitete gut mit mir zusammen. Ich hatte zu tun mit Organisation und Koordination und freute mich, wenn die Kohle auf meinem neuen Geschäftskonto eintrudelte. Nebenbei suchte ich weiter nach einem Meister oder eben nach irgendjemandem, der mich mal vertreten konnte. Freizeit hatte ich nämlich kaum noch.
Es war Ende Juni, als mich der große Schock traf. Im Netz stieß ich auf eine Webseite, die von mir hätte sein können. Da bot allen Ernstes ein Typ fast die gleichen Dienstleistungen an wie ich! Und das hier in Koblenz, lokal, so wie ich! Ich hatte doch genau recherchiert, bevor ich meine Idee in die Tat umgesetzt hatte! Warum hatte ich diese Scheiß-Webseite nicht früher gesehen? War sie ganz neu? Ich war jedenfalls außer mir vor Wut. So groß ist Koblenz ja nicht, rund 113.000 Einwohner. Ich fürchtete, dass der Markt für zwei fast gleiche Anbieter zu klein sein würde, selbst, wenn man auch die Umgebung einbezog. Was sollte ich tun?
Ich rief erst mal Christopher an. Er hatte mich ja schon öfter gut beraten.
»Larry! Du lebst noch! Ich hab ja ewig nichts von dir gehört!«, sagte er.
»Ach, ich hab jetzt immer so viel zu tun. Und stell dir vor, plötzlich gibt es einen Typen, der dasselbe Geschäftsmodell hat wie ich!«
Christopher schwieg kurz. »Kennst du ihn?«, fragte er dann.
»Natürlich nicht! Ich hab's eben erst im Internet gesehen.«
»Dann solltest du ihn kennenlernen, Larry! Es ist immer gut, wenn man seine Feinde kennt.«
Trotz meiner Aufregung musste ich etwas lachen. Christopher war wirklich ein prima Freund. »Dann werde ich mal so tun, als ob ich eine Dienstleistung bei ihm buchen will. Meinst du das?«
»Ja, zum Beispiel. Bekomm heraus, wie er ist, wie viele Leute er an der Hand hat und so weiter.«
»Danke für den Tipp!«
»Und noch eine Empfehlung: Komm bald mal wieder her und nimm meinen Schwanz in deinen schönen Mund!«
»Sobald ich eine Stunde Zeit habe, bin ich bei dir, Christopher!«, versprach ich.
»Nicht vergessen!«
»Bis dann, du Lieber!«
»Bis dann, du Schöner!«
Wir legten auf. Sofort dachte ich darüber nach, wie ich diesen unverschämten Konkurrenten aushorchen könnte. Ich ging auf seine Webseite, buchte online einen dringenden Termin für eine Renovierungsberatung und gab einen Fantasie-Namen an: Lukas Anders.
In der Nacht darauf schlief ich sehr schlecht. Schließlich hatte ich bereits eine Menge Zeit und Geld in mein Start-up investiert.
Am nächsten Nachmittag, einem Freitag, ich hatte mir extra zwei Stunden freigeschaufelt für diese wichtige Angelegenheit, fuhr ich zum Büro des Mannes. Bestimmt ein ganz aalglatter Typ!
Ich hatte mir vor Kurzem einen neuen, weißen VW ID.4 angeschafft, ein geräumiges, voll vernetztes E-Auto, mit dem ich alle anstehenden Fahrten sehr gut erledigen konnte. Ich parkte etwas entfernt vom Büro des Konkurrenten, er sollte mich nicht am Kfz-Kennzeichen identifizieren können.
Sein Laden lag in der Schlachthofstraße, direkt an der Mosel. Schlachthofstraße! Hatte ich jetzt Mordfantasien? Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Ich hatte nämlich gerade ein Problem – ich sah an der angegebenen Adresse nur ein Mietshaus, keinen Laden, kein Büro. An den Klingelschildern entdeckte ich dann den Hinweis: »Aimo Järmaken, Handwerker-Agentur Koblenz«. Der Name klang irgendwie nordisch.
Eine sehr tiefe Männerstimme kam aus der Sprechanlage: »Ja bitte?«
Diese Stimme brachte mich etwas aus dem Konzept, weil sie so enorm maskulin und vibrierend klang. Ich räusperte mich kurz.
»Hallo! Lukas Anders hier. Ich hatte einen Termin zur Beratung vereinbart.«
Der Summer schnurrte. »Erster Stock!«, hörte ich noch.
Mit einem merkwürdigen Gefühl stieg ich die Treppenstufen hinauf. Ich wusste nicht, was das für ein Gefühl war. Lag es nur an dieser Stimme?
Ein Kerl wartete an einer Tür im ersten Stock, der mich für einen Moment sprachlos machte. Sehr groß, bestimmt eins fünfundneunzig, wahrscheinlich mehr, sichtbar muskelstark, breite Schultern, blonde, kurze Haare, leuchtend blaue Augen, unglaublich attraktives Gesicht, markante Nase, volle Lippen, ein cooler Zweitagebart. Vermutlich war er um die dreißig Jahre alt. Er trug ein helles Oberhemd mit offenem Kragen und eine hell-sommerliche Chino-Hose, in der sich ein enorm großes Schwanzpaket deutlich abzeichnete.
»Guten Tag!«, rang ich mir endlich ab.
»Hallo!«, sagte er und streckte mir seine kräftige Hand hin. »Ich bin Aimo. Komm rein, Lukas!«
Sein Büro war riesig, so kam es mir vor. Alles großzügig und modern. Viel schicker als meines mit den gebrauchten Möbeln des Vorgängers.
Aimo bot mir einen Sessel neben einem kleinen, runden Tisch an und setzte sich mit seinem Laptop mir gegenüber hin. »Du willst renovieren?«
Himmel, ja, das hatte ich wohl geschrieben. Irgendwie fehlten mir die Worte. Ich realisierte plötzlich, dass dieser Aimo genau meiner Vorstellung von einem Traumkerl entsprach. Ausgerechnet!
Er sah mich aus seinen blauen Leuchteaugen intensiv an. »Deine Wohnung?«
»Äh … nein … ja, doch!«
»Wie viele Quadratmeter? Welche Räume?«
Ich hatte alles vergessen, was ich eigentlich fragen wollte. Dieser  Supertyp brachte mich total aus dem Konzept.
»Wie viele Leute hast du denn in deiner Agentur?«, fragte ich plump. Große Gürte, ich benahm mich völlig bekloppt!
Er hob die attraktiven Brauen etwas. »Warum fragst du?«
»Entschuldige … nur so …«
Er atmete hörbar ein. »Okay, wenn du es dir noch überlegen willst …«
»Ja!«, sagte ich schnell. »Ich … ich melde mich wieder!«
Beinahe fluchtartig verließ ich Aimos Büro, denn mein Schwanz war in meinen leichten Jeans stark gewachsen. Wie schon gesagt, mit dieser leichten Erregbarkeit bekam ich öfter Probleme.
»Bis später!«, rief mir Aimo noch auf der Treppe nach.
Ich hastete aus dem Haus zu meinem Auto und setzte mich hinters Lenkrad. Mir war heiß. Wie konnte mich dieser fremde Kerl dermaßen aus der Fassung bringen? Ich war doch kein Oberschüler mehr! Aber noch nie war mir so ein Mann begegnet. Einer, der so aussah, wie ich es mir immer gewünscht hatte. Dabei kannte ich ihn doch überhaupt nicht richtig. Aber ich wollte ihn kennenlernen!
Nein, ich wollte ihn NICHT kennenlernen! Ich wollte ihn nie wiedersehen! Er würde mir mein Geschäft vermasseln, er hatte mich um den Verstand gebracht, mein Selbstbewusstsein geklaut!
»Ich hasse dich, Aimo!«, rief ich laut gegen die Windschutzscheibe.
Irgendwie musste ich mich beruhigen, denn ich hatte mich um meine Arbeit zu kümmern. Eine Klempnersache musste organisiert werden, ein Kunde musste vertröstet werden, weil Jamie nicht sofort Zeit hatte, und jemand wollte seine Schränke aus dem schwedischen Möbelhaus aufgebaut haben. Bei »schwedisch« fiel mir leider wieder Aimo ein. Sein Name klang zwar eher finnisch, aber – ach, verdammt, was ging mich das an? Ich stürzte mich in meinem Büro an meinen Rechner und organisierte, telefonierte und rotierte.
Abends dann hatte ich keine Lust, noch mehr zu schuften, und – ehrlich gesagt – hatte ich auch keine Lust auf Christophers Schwanz. Ich duschte, zog mich cool an und fuhr mit den Öffis zu einem schwulen Club. Wenn ich etwas trinken wollte, nahm ich nie mein Auto, dafür war es mir zu teuer, und ohne Führerschein mochte ich auch nicht dastehen.
Der Club hatte gerade erst geöffnet, entsprechend leer sahen die Räume noch aus. Ich stellte mich an die Bar und trank einen Cocktail mit Tequila und Chili-Sirup. Hart und scharf!
»Darf ich dich zu einem zweiten Cocktail einladen?«, fragte jemand. Ich wandte mich um.
Ein Mann in den sogenannten besten Jahren stand hinter mir, bestimmt schon fünfzig, aber ganz gut erhalten und recht attraktiv, groß und breitschultrig. Seine braunen Haare hatten an den Schläfen einen Silberschimmer. Er trug ein helles Leinenjackett und ein offenes Hemd zu Designerjeans.
»Danke, gern!«, gab ich zurück. Ich wollte beschäftigt sein, egal womit und von wem. Hauptsache, ich musste nicht an diesen verdammten Aimo denken!
Der Typ bestellte zwei Cocktails und schob mir ein Glas zu. »Ich bin Karsten«, sagte er. »Wie heißt du?«
»Larry. Warst du schon öfter hier?«
»Nein, zum ersten Mal. Sonst hätte ich dich bestimmt schon erobert, Larry!«
>Erobert<! Was für ein oldschool Wort!
»Dann bist du nicht aus Koblenz?«
»Aus Andernach, per Taxi.«
Da fuhr dieser Typ also rund zwanzig Kilometer mit einem teuren Taxi von Andernach bis Koblenz, nur, um in einen Club zu gehen.
»Gibt es in Andernach keine Clubs?«
»Eigentlich nicht!« Er lachte leicht. »Zu klein, der Ort! Bist du hier aus Koblenz?«
Ich nickte. »Schon hier geboren.«
»Ich war sonst in Mainz oder Köln. Andernach ist ein ziemliches Nest, aber ich habe da eine Firma von meinem Vater geerbt und bin deshalb  angebunden.«
Weshalb er noch angebunden war, das verriet er mir erst später.
»Aber ich habe ein Hotelzimmer gebucht heute Abend. Wenn du magst, lade ich dich zu einem Drink dort ein.«
Woraus der »Drink« bestehen würde, war natürlich klar. Was ich noch nicht wusste: Der Drink würde gepfeffert sein!
Karsten bezahlte ein Taxi zum Hotel. Er schien ausreichend Geld zu haben. Jedenfalls landete ich in einem Fünf-Sterne-Haus. Die weitläufige Suite war luxuriös ausgestattet, inklusive Hausbar. Ich trank mehr als geplant, wahrscheinlich wollte ich in die Fluten von Lethe fallen, dem antiken Fluss des Vergessens.
Karsten fummelte an mir herum, und ich genoss es. Ich genoss die Berührung seiner kundigen Hände und das Gefühl, wirklich begehrt zu werden. Er zog mich aus wie ein unmündiges Kind. Ich ließ ihn machen.
»Mein Gott, bist du schön!«, murmelte er.
Ich lachte schnapsselig. »Ach, Quatsch!«
Er strich über meine Brust, rieb meine dunklen Nippel, dass mir ein Kribbeln bis in den Schwanz fuhr. Der war natürlich schon hart wie Eisen. Und, wie immer, tropfte er mit Vorsaft herum.
Karsten zog sich nun auch aus. Sein Körper war nicht jugendlich, klar, aber vollkommen okay. Kein Gramm Fett zu viel. Ein gut getrimmter Pelz breitete sich über seiner Brust aus und lief über eine Haarlunte bis zum gekürzten Schwanzhaar.
Er nahm eine Tasche, die ein bisschen aussah wie eine altertümliche Arzttasche, und öffnete sie. Karsten streifte sich einen Cockring über, und von da an stand sein Hammer ohne Pause wie ein Fahnenmast, groß und blutvoll. Der fette Sack hing etwas tief, war aber prall und wirkte wie mit Bleikugeln beschwert. Ich berührte beides, ließ meine Finger über den starken Schaft und die feuchte Eichel gleiten, bis Karsten leise seufzte.
Noch einmal griff er in die Tasche und holte Handschellen heraus. Aha, so sollte der Hase also laufen! Er sah mich aus seinen braunen Augen fragend an. Ich nickte. Neugierig war ich, und ich vertraute ihm, obwohl ich ihn kaum eine Stunde kannte. Immerhin hatte er ja vorher mit seinem Blick mein Einverständnis eingeholt.
»Leg dich aufs Bett, du schöner Junge!«, sagte er. Ich ließ mich auf der edlen Satindecke nieder. Karsten fesselte meine Handgelenke an das Kopfteil des Messingdoppelbettes. Anscheinend hatte er dieses Zimmer extra gebucht, weil ein Metallbettgestell drin stand. Zum ersten Mal wurde ich so von einem Lover fixiert, bisher hatte ich nur den üblichen Sex erlebt. Bereits jetzt spürte ich, dass dieses Fesseln mich antörnte. Darauf wäre ich vorher nicht gekommen.
Aus der unergründlichen Tasche holte Karsten jetzt eine Gel-Flasche, eine dicke Wachskerze und ein Feuerzeug. Nun wurde mir doch etwas mulmig zumute, aber ich wartete ab. Er verteilte das Gel auf seinem Ständer und meiner Arschritze, was sich gut anfühlte, und drückte mir die Beine hoch. Dann zündete er die Kerze an und stellte sie vorsichtig auf die Bettdecke neben mich. Er lächelte mich kurz an. Schon konzentrierte er sich auf mein Loch, zog meine Arschbacken auseinander, drückte seine warme Eichel an meine Rosette und presste sie durch den Schließmuskel. Ich war bereits geil genug, dass ich sein Teil gut aufnehmen konnte. Ja, es war so, dass die ganz leichte Angst mich noch geiler machte, eine ganz neue Erfahrung. Ich spürte, wie er seinen cockringbewaffneten Kolben in meinen Kanal hineinschob, langsam und stetig. Er verharrte, sein Harter klopfte verheißungsvoll in mir. Schließlich nahm er die Kerze. Um den Docht herum hatte sich bereits eine Menge flüssiges Wachs angesammelt. Er hielt die Kerze hoch über meine Brust und kippte sie an. Ein paar heiße Wachstropfen kleckerten auf meine Haut. Ich zuckte zusammen, und gleichzeitig machte Karsten den ersten Fickstoß. Das wiederholte er mehrmals. Das Wachs war heiß, aber nicht glühend. Trotzdem zuckte ich jedes Mal zusammen. Nach und nach senkte Karsten die Kerze, dadurch kam das Wachs heißer auf meinen Körper. Ich stieß nun kleine Schreie aus und riss an meinen Handfesseln. Bei jedem Schrei stieß mein Lover mir seinen harten Bolzen in den Arsch, und das steigerte er noch, immer schneller, immer härter. Ich bekam heißes Wachs auf den Bauch, auf die Schenkel, auf die Brust und auch ein bisschen auf den Schwanzschaft. Ich brüllte laut. Einmal schoss mir der Gedanke durchs Hirn, dass mein Teil doch eigentlich total schlaff werden müsste bei dieser Tortur. Doch das Gegenteil war der Fall. Es blieb eisenhart, bäumte sich geil auf und sabberte Mengen an Honig in meine Nabelgrube. Karsten pustete die Kerze auf einmal aus und fickte mich so hart durch, dass ich auf dem Bett nach oben geschoben wurde, bis mein Kopf an das Messinggestell stieß. Ein unglaubliches Gefühl der Hilflosigkeit überkam mich – gefesselt, verbrüht, durchgerüttelt von einem fetten Bolzen. Und diese Hilflosigkeit erzeugte eine rasende Lust in meinem Unterbauch. Karstens starker Schwanz rieb außerdem an meiner Prostata, eigentlich viel zu heftig. Lust und Schmerzen mischten sich zu einem überwältigenden Reiz. Da packte Karsten auch noch meinen Steifen und wichste mich. Alles in mir spannte sich an, um gleich darauf zu explodieren wie eine Ölquelle, die plötzlich angebohrt wird und in hohem Bogen nach oben schießt. Mein Samen spritzte weit über meinen Körper. Ich schrie, ich jammerte, ich schluchzte und ächzte zum Schluss nur noch.
Karsten stieß mit seinem Hammer noch ein paar Mal zu. Ich fühlte, wie er sich in meinem Kanal entlud, und dieses Fühlen war das Sahnehäubchen auf allem. Noch einmal riss ich heftig an meinen Handschellen, seufzte tief und lag dann ganz still.
Er lag über mir und küsste meinen Hals zärtlich. Zwischen uns klebte mein Vorsaft, mein Sperma und das warme Wachs wie eine Cremeschicht in einer Torte. Ich spürte, wie sein Schwanz noch einmal nachzuckte und dann aus meinem Loch glitt. Er drückte sich nass und warm an meine Arschspalte.
Ich konnte nichts tun, so leer und erschöpft fühlte ich mich. Karsten erhob sich nach einer Weile, schloss die Handfesseln auf und putzte mich mit Hotelhandtüchern sauber. Zwischendurch küsste er immer wieder die gesäuberten Stellen. Dann zog er mich sogar an, als wäre ich ein Baby.
Als auch er sich angekleidet hatte, legte er ein paar größere Geldscheine aufs Bett, als Ausgleich für die total versaute Bettdecke, setzte sich dann mit mir zusammen auf das samtene Hotelsofa und umarmte mich liebevoll.
»Ich würde so gern mit dir die ganze Nacht zusammen sein«, sagte er leise. »Du bist wunderbar! Unglaublich wunderbar! Larry! Ich will dich wiedersehen! Unbedingt!«
»Jaa …«, sagte ich nur. Ich war noch  gar nicht in der Lage, einen vernünftigen Gedanken zu fassen.
»Nächsten Freitag? Wieder hier im Hotel?«
»Ich weiß noch nicht … Ich hab immer so viel zu tun …«
»Bitte! Larry! Ich bin verliebt in dich! Ganz verrückt nach dir, du Schöner, Wunderbarer!«
So überschüttet mit Komplimenten kam ich langsam wieder zu Verstand. »Ich geb dir meine Handynummer. Gib du mir deine!«
»Das geht nicht. Ich …« Er senkte den Kopf. »Ich bin verheiratet, mit einer Frau, habe eine Tochter. Ich kann sie nicht verlassen, das schaffe ich nicht. Aber dich kann ich auch nicht lassen! Ich brauche dich!« Er hatte hastig gesprochen und mich dabei eng an sich gedrückt.
>Du liebes bisschen, ein verheirateter Typ!<, dachte ich. >Und ich hab geglaubt, dass er ein ganz gefährlicher Kerl ist!<
»Ruf mich einfach an!«, sagte ich und gab ihm meine Nummer. »Ich hab ein Start-up, da kann ich mir die Zeit noch nicht so einteilen.«
So trennten wir uns erst einmal. Er bezahlte mir ein Taxi nach Hause und rief mich – mit unterdrückter Rufnummer – noch einmal an, als ich schon in meiner Wohnung war. Er machte mir weitere Liebeserklärungen und versprach mir, mich mit meinem Start-up zu unterstützen.
Ich ging schließlich in mein einsames Bett und dachte beim Einschlafen daran, wie geil ich von dieser seltsamen Mischung aus Angst, Schmerz und Unterwerfung geworden war. Aber für eine richtige Beziehung war mir das nicht genug. Ein verheirateter Mann, der nur einmal in der Woche ein paar Stunden Zeit hatte und nachts wieder im Ehebett sein musste – nein, das war nichts für mich. Karsten war also eigentlich ein ganz ungefährlicher Mann.
Und dann wusste ich es plötzlich: Der wirklich ganz gefährliche Kerl, das war Aimo! Ihn könnte ich nie mehr vergessen, er würde mich für immer wahnsinnig machen, wenn er zum Beispiel eine Hete wäre, wenn er eine Frau ficken würde, wenn er mich nicht wollte. Ich wusste, dass es völlig bescheuert war, so zu denken – über einen Mann, den ich nur eine Viertelstunde lang flüchtig gesehen hatte. Und doch war es so – ich war krank vor Sehnsucht nach ihm!

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